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Sehenswürdigkeiten



Sehenswürdigkeiten der Stadt Hvar

Fortica
Eine attraktive Sehenswürdigkeit der Stadt Hvar ist die Festung Fortica (auch: Spanjola = Spanische Festung). Durch ihre erhöhte Lage und ihre mächtigen Kanonen war sie für Verteidigungszwecke bestens geeignet und bot den Einwohnern der Stadt Hvar über lange Zeit guten Schutz vor feindlichen Übergriffen. Die Festungsanlage wurde 1557 als Gemeinschaftsprojekt venezianischer und spanischer Militärarchitekten gebaut, und zwar auf den Mauerresten einer aus dem 13. Jh. stammenden mittelalterlichen Feste. Die Gebäude, die sich innerhalb der Anlage befinden, wurden zur Zeit der österreichisch-ungarischen Herrschaftszeit nachträglich errichtet. Von der Festung Fortica bietet sich ein einzigartiger Blick auf die zu Füßen liegende Stadt Hvar und die Paklenski-Inselgruppe.

Französische Festung
Diese Festung wurde 1811 von Napoleon auf dem an die Stadt Hvar grenzenden Nikolaus-Berg errichtet und wird deshalb auch Napoleonsfeste genannt. Wegen ihrer günstigen Lage diente sie als Aussichts- und Wachstation. Heute sind in der Festung, die trotz ihres guten baulichen Zustandes nicht für die Öffentlichkeit zugänglich ist, die Sternwarte und das Erdbebenzentrum der Insel Hvar untergebracht.

Der städtische Hauptplatz Trg Svetog Stjepana, genannt Pjaca, ist mit einer Fläche von 4500 qm der größte Platz Dalmatiens; im Jahr 1780 wurde er mit einer kompletten Pflasterung aus großen weißen Marmorplatten versehen.

Die Kathedrale Sveti Stjepan
Die Hvarer Kathedrale, eine weitere bedeutsame Sehenswürdigkeit der Stadt Hvar, ist in ihrer heutigen Form das Ergebnis jahrhundertelanger An- und Umbauten; ursprünglich war sie die Kirche des benediktinischen Marienklosters. Erst im 13. Jh., als der bischöfliche Sitz von Stari Grad in die Stadt Hvar verlegt wurde, erhielt sie den Rang einer Kathedrale. Noch während der Ausbauarbeiten erlitt sie während des Türkenangriffs 1571 große Zerstörungen. Die Kathedrale ist dem hl. Stefan geweiht, dem Papst und Märtyrer, der als Schutzheiliger des Bistums und der Stadt Hvar verehrt wird.

Die Hvarer Stefanskathedrale ist im Stil der Renaissance gebaut, zeigt jedoch ─ als Überbleibsel des vorherigen Gotteshauses ─ in ihrem Mittelschiff gotische Bauelemente. Stirnseite und Glockenturm der Kathedrale wurden von dem aus Korcula stammenden Baumeister Nikola Karlic geschaffen und gelten als Meisterwerke der kroatischen Renaissance des 16. Jh. Bemerkenswert ist hierbei, dass sich die Arbeiten allein an der Stirnseite über 200 Jahre hinzogen, ohne dass man von den ursprünglichen Bauplänen abwich. Die Altäre und Gemälde im Kircheninneren stammen aus der Hand großer venezianischer Meister wie Longhen, Celesti, Tremignon und Palma. Unweit des aus dem 17. Jh. stammenden Barockaltars befindet sich der Altar der Familie Hektorovic mit Madonna und Inschrift aus dem 13. Jh. Die Reliefs auf dem zweiflügeligen Portal der Kathedrale wurden erst vor wenigen Jahren von dem zeitgenössischen Hvarer Bildhauer Kuzma Kovacic gestaltet. Sie zeigen biblische Szenen, die in harmonischer Weise durch die Darstellung existentieller Themen des traditionellen Insellebens von Hvar ergänzt werden.

Bischofspalast
Der Bischofspalast, das einstige Benediktinerkloster, mit einer Inschrift aus dem Jahr 1249, schließt gemeinsam mit der Kathedrale die Ostseite der Pjaca ab. Heute befindet sich in dem Palastgebäude ein Museum, das wertvolle liturgische Gegenständen aus Silber sowie Messgewänder und Ikonen aus verschiedenen Hvarer Kirchen birgt.

Arsenal
Das am Südende der Pjaca befindliche Arsenal, dessen Gewölbe als Lagerhalle für Kriegsgaleeren diente, ist eine Sehenswürdigkeit von besonderer historischer Bedeutung. 1530 begann Venedig mit dem Bau des neuen Arsenals, das in seiner heutigen Form ─ mit bogenförmiger Eingangsöffnung an der westlichen, dem Meer zugewandten Seite ─ im Jahr 1559 fertig gestellt wurde. Das erste Obergeschoss wurde 1612 durch Umbauten zweigeteilt und in seinem östlichen Teil als öffentliches Theater der Stadt Hvar genutzt.

Stadtbrunnen
Auf der Platzmitte vor der Kathedrale steht der 1529 gebaute Stadtbrunnen, genannt Gustirna.

Theater
Die Blütezeit der Hvarer Theaterdramen zwischen 1516 und 1623 ist eng verknüpft mit den Namen der vier großen, von der Insel Hvar stammenden Dramatiker und Dichter: Hanibal Lucic (Die Sklavin), Miksa Pelagrinovic (Die Zigeunerin), Martin Benetovic (Die Hvarerin) und Marin Gazarovic (Murat der Pirat). Szenische Darstellungen mit christlich-religiöser Thematik, die Vorläufer des Dramen-Theaters, fanden in der Kathedrale statt, während die ersten Dramen mit literarischer Vorlage wie z. B. Lucics „Sklavin“ wahrscheinlich auf der Pjaca vor der Loggia aufgeführt wurden. Nach dem Vorbild des damaligen italienischen Hoftheaters ließ der Hvarer Fürst Pietro Semitecolo 1612 im Obergeschoss des alten Arsenalgebäudes ein von ihm finanziertes Theater einrichten ─ das erste öffentliche Stadttheater Europas ─, in dem fortan die Dramen der Hvarer Autoren aufgeführt wurden. Während die Außenwände des damaligen Theaters überwiegend in ihrer ursprünglichen Gestalt erhalten sind, stammt die Innenarchitektur aus dem 19. Jh.

Sommersitz von Hanibal Lucic
Seinen Sommersitz ließ Hanibal Lucic 1530 unweit der Stadt im Stil der Hochrenaissance errichten. Er besteht aus zwei Gebäuden, dem eleganten, mit ausgeprägten Stilelementen versehenen Ostbau und dem westlich gelegenen Wirtschaftsgebäude. Um das großzügige Parkgelände verläuft ein Spazierweg. Auf der Abdeckung des Brunnens in der Parkmitte sind die Wappen der Familien Lucic und Gazarovic abgebildet.

Franziskanerkloster
Eine lohnende, südlich der Stadt Hvar gelegene Sehenswürdigkeit ist das Franziskanerkloster mit der dazu gehörigen Kirche Sveta Marija od Milosti (Gnadenmadonna). Das dominanteste Gebäude dieses zwischen 1461 und 1471 errichteten Renaissance-Komplexes ist das Baptisterium mit seinen monumentalen Rundarkaden und einer in der Mitte befindlichen Quelle. Rings um die von Gärten gesäumte Anlage verläuft eine Mauer. Im Garten vor dem Refektorium steht eine 300 Jahre alte Zypresse, die von außergewöhnlicher Größe und Form ist. Das klösterliche Museum verfügt über etliche Sammlungen alter Bücher und Münzen; von herausragendem Wert ist das im 17. Jh. entstandene Gemälde Das letzte Abendmahl. Unter dem Hauptaltar der Kirche befindet sich das Grab Hanibal Lucics, des ersten kroatischen Dramenschreibers. Als angesehenes Mitglied des Großen Rates (kommunales Beschlussgremium, dem ausschließlich Adelige angehörten) stand er mehrere Jahre dem Kloster und der Kirche der Franziskanermönche vor.

Kloster der Benediktinerinnen
Das im Stadtteil Groda befindliche Gebäude, in dem das Kloster der Benediktinerinnen und die Kirche Sveti Antun Opata (hl. Antonius d. Abt) untergebracht sind, ist der ehemalige Wohnpalast der Familie Lucic, in dem auch der Dichter Hanibal Lucic 1485 geboren wurde. Julija, die Witwe seines außerehelichen Sohnes Antun, vermachte den Wohnsitz den Benediktinerinnen. Die Nonnen gestalteten es zu einem Kloster um, ließen aber die Küche unverändert, so dass diese noch heute wie in Lucics Zeiten zu bewundern ist. Außerdem sind in dem Kloster Hanibal Lucics Kunstsammlung und eine Ausstellung mit wertvollen Stickereien und handgemachten Spitzen zu sehen. Letztere sind Handarbeiten der Nonnen, die sich vor allem mit der Anfertigung von Spitzendecken aus getrockneten Agavenfasern beschäftigen.

Markus-Kirche
Die Markus-Kirche (Crkva Svetog Marka) war früher dem Dominikanerkloster angegliedert, das im 14. Jh. gegründet, im 19. Jh. unter französischer Verwaltung jedoch wieder geschlossen wurde. Da die Klosterkirche den Hvarer Adelsfamilien jahrhundertelang als Sitz ihres Großen Rates diente, wurden sie hier auch bestattet. So auch der oben erwähnte Antun Lucic, der zu Lebzeiten den Altar des hl. Antonius (d. Abtes) errichten ließ.
In den Räumlichkeiten der ehemaligen Klosterkirche ist heute die archäologische Sammlung und das Lapidarium von Dr. Grga Novak untergebracht, deren Exponate aus prähistorischen, griechischen und römischen Zeiten stammen. Ebenfalls zu sehen ist eine unterwasser-archäologische Sammlung.

Loggia
Die Existenz einer Hvarer Gemeinde-Loggia (loggia communis) wurde erstmals schon im 13. Jh. dokumentiert, und auch das Statut von Hvar erwähnt ein solches Gebäude. Die sog. Neue Loggia, eines der schönsten Spätrenaissance-Gebäude Dalmatiens und gleichzeitig eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Insel Hvar ist ein Werk des Baumeisters Tripun Bokanic und wurde Ende des 16. Jh. zur Zeit des venezianischen Provisors Victor Dieda fertig gestellt. Loggien waren zentrale Gebäude des öffentlichen Lebens, in denen Dokumente verfasst und Gerichtsverhandlungen abgehalten wurden. Mit dem hohen Amt des Richters und Vertreters der Hvarer Kommune wurde wiederholt Hanibal Lucic betraut, weil sich dieser vehement für den Erhalt der Adelsprivilegien einsetzte.



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