Insel Brac
Der Name Pucisca für die Hafenbucht und den Ort leitet sich von dem lateinischen Wortes „puteus“ ab, das „Brunnen“ bedeutet und auf nahe gelegene Quellen mit Brackwasser (Mischung aus Süß- und Salzwasser) verweist.
Pucisca liegt an der Nordküste der Insel Brac, gut versteckt im hintersten Winkel einer verzweigten und tief ins Inselinnere
ragenden Bucht. Der Name Pucisca für die Hafenbucht und den Ort leitet sich von dem lateinischen Wortes „puteus“
ab, das „Brunnen“ bedeutet und auf nahe gelegene Quellen mit Brackwasser (Mischung aus Süß- und Salzwasser)
verweist. Im Mittelalter war die Pucisca-Bucht keine normale Hafenbucht, sondern wurde „Bucht der Türme“
genannt, da ihre Bewohner in ständiger Angst vor Übergriffen durch türkische Seeverbände lebten und sich
deshalb hinter wehrhaften Mauern verschanzten: Insgesamt 13 Wohnkastelle mit dazu gehörigen Wehrtürmen entstanden
in Pucisca und drückten dem Ort ihren steinernen Stempel auf. Ganz generell war Stein das prägende Material während
der langen Geschichte des Ortes und stellte die Haupteinnahmequelle seiner Einwohnerschaft dar. Wenn man den Stein ganz allgemein
als Lebensader von Brac betrachtet, ist Pucisca das Herz der Insel. Denn in Pucisca auf der Insel Brac „ist nicht alles
auf Papier geschrieben, sondern das meiste in Stein gemeißelt“. Hier in Pucisca hatten berühmte Steinmetze
und Bildhauer wie Juraj Dalmatinac, Andrija Alesi und Nikola Firentinac ihre Werkstatt, und viele bedeutende Gebäude
im In- und Ausland ― so z. B. das Weiße Haus in Washington ― wurden mit dem bearbeiteten Stein der Insel Brac erbaut.
Heute sorgt die in Pucisca ansässige hervorragende Steinmetz-Schule dafür, dass die hiesige Tradition des Steinmetz-Handwerks
aufrechterhalten wird.
Die Kunstfertigkeit der ortsansässigen Steinmetze zeigt sich an vielen Häusern
und kleinen Kirchen, auf die man überall in und um Pucisca stößt. Kaum ein Ort auf der Insel Brac weist eine
solche Dichte an Sakralbauten auf wie Pucisca. Die ursprüngliche Pfarrkirche ist die Renaissance-Kirche Mariä Himmelfahrt
in Botak mit Glockenturm und angrenzendem Friedhof. Der monumentalste Kirchenbau ist jedoch die heutige Pfarrkirche Sveti
Jerolim (hl. Hieronymus). Auf dem Friedhof steht die ehemalige Benediktinerkirche Sveti Stjepan, etwas außerhalb des
Ortes befindet sich die romanisch-gotische Kapelle Sveti Jurij (hl. Georg) ─ Symbol für den Erhalt des alten Pucisca
─, und dann wären noch im Bereich namens Dubrova die Kirchlein Sveta Lucija und Sveti Dujam (hl. Domnius) als einzigartige
Exemplare ländlich-dalmatinischer Barockarchitektur zu nennen.
Heute leben die Einwohner von Pucisca nicht
mehr ausschließlich vom Steinabbau, sondern auch von der Vieh- und Landwirtschaft, vom Wein- und Olivenanbau, vom Fischfang
und vom Tourismus. Umtriebigkeit und Trubel sucht man hier vergebens. In Pucisca auf der Insel Brac bestimmen Sonne, Stein,
Meer und Bora den Lebensrhythmus und schaffen ideale Voraussetzungen für einen erholsamen Urlaub, in dem man die Natur,
die guten Esslokale und die vielen Kiesel- und Steinstrände der Umgebung einfach nur genießt. Die sicheren Liegeplätze
in der lang gestreckten Bucht und die herrlichen Strände bieten jede Menge Möglichkeiten für verschiedene Wassersportarten
wie Surfen, Wasserski und Tauchen, aber auch an Land kann man seinen Urlaub aktiv gestalten, z. B. mit Radfahren und Paragliding.
In Pucisca auf der Insel Brac spielt das Kulturleben eine große Rolle. Dies zeigt sich an einem breiten Veranstaltungsspektrum,
angefangen beim Pucisca-Kultursommer mit seinem weit gespannten musikalischen Bogen von der Klassik über Pop und Jazz
bis zu Auftritten von Klapa-Chören, Ausstellungen, Theater-Gastspielen, Vorträgen, Buchvorstellungen, Literaturabenden
und verschiedenen Sportveranstaltungen. Schon seit zehn Jahren ist Pucisca während der Monate Juli und August Standort
der Internationalen Sommer-Musikschule, und auch das Bracer Sommer-Musikfestival findet seit einigen Jahren hier statt. Interessant
ist in diesem Zusammenhang, dass der erste öffentliche Lesesaal der Insel Brac 1868 in Pucisca eröffnet wurde.





